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Befähigen Sie Ihre Mitarbeiter - openspace

#openspace


TEXT: FABIAN FELDHAUS, MATHIAS PAULOKAT | FOTOS: DOMINIK TRYBA, FABIAN FELDHAUS

„Die Erfolgsfaktoren der Digitalisierung? 20% Technik, 80% Mensch!“ #openspace, die Digitalisierungsplattform der Commerzbank für den deutschen Mittelstand, sendete in Berlin beim Digital-Relaunch-Kongress der Infopark Group GmbH eine klare Botschaft.

„Bei der Digitalisierung von Geschäftsmodellen wird der Faktor Technik stark über- und der Faktor Mensch kolossal unterschätzt“, zeigt sich Joachim Köhler, Geschäftsführer von #openspace, der Digitialisierungsplattform der Commerzbank für den deutschen Mittelstand, überzeugt. Diese Position vertrat Köhler Mitte Februar leidenschaftlich bei einer Diskussionsveranstaltung in Berlin im Rahmen des Digital-Relaunch-Kongresses des Software-Entwicklers Infopark Group GmbH zum Thema „Digitalisierung im deutschen Mittelstand“. An zwei Tagen gaben Experten in 18 Podien und Vorträgen sowie vier Ganztages-Workshops ein breites Status-Update zum Stand der “Digitalisierung im deutschen Mittelstand” und blickten in die Zukunft. #openspace war Business-Partner der Veranstaltung.

#openspace-Geschäftsführer Joachim Köhler diskutiert mit Susanne Nitzsche, ALBA, Anna Kaiser, Start-Up Tandemploy und Moderator Dominik Grau vom Tagesspiegel (v.l.n.r.)

New Work ist „Mission Critical”

In der von Dominik Grau, Tagesspiegel, moderierten Podiumsdiskussion “Digitalisierung konkret” rückte der „Faktor Mensch“ ebenfalls schnell in den Fokus. Anna Kaiser, Gründerin des Start-ups Tandemploy, machte klar: „New Work als Oberbegriff für neue Arbeitsmethoden ist kein Buzzword, sondern Mission Critical. Heutzutage arbeiten Menschen leider oft noch in Silos, Erfahrung und Wissen werden nicht geteilt." Wichtig beim Transformieren von Firmen sei jedoch die absolute Wertschätzung gegenüber dem Individuum. „Ich will einem Menschen, der seit gefühlt 30 Jahren am Fließband steht, ganz bewusst die Chance geben, die Systeme fürs digitale Geschäftsmodell mitzuentwickeln”, so Kaiser. Ähnlich sah das auch Susanne Nitzsche, Head of Innovation Lab des Wertstoffunternehmens ALBA und Alumni von #openspace: „Wir müssen die Menschen im Unternehmen erreichen, nicht die Technik. Kommunikation ist dabei der Schlüssel.“ Und dabei sind die Hürden vielfältig, Beispiel ALBA: „Nicht alle unsere Berufskraftfahrer haben ein Firmen-Smartphone." Hinzu kommen flexible Arbeitszeitmodelle, um die besten Köpfe zu bekommen: „Man findet keine guten IT-ler in Vollzeit. Alle wollen ihre Projekte nebenbei haben", so Anna Kaiser von Tandemploy. Unternehmen sollten das große Rad drehen: „Nur wenn wir utopisch denken, schaffen wir es, kleine Schritte in die richtige Richtung zu gehen. "Schließlich habe dieses Vorgehen auch schon große Früchte getragen: „Vor ein paar Jahren war Jobsharing kein relevantes Thema, bald geht das 90.000-Mitarbeiter-Unternehmen SAP mit einem Jobsharing-Modell bei allen Führungspositionen live", so Kaiser weiter.

Digitales Potenzial im Unternehmen entdecken

„Die beste Antwort auf Fachkräftemangel lautet, Ihre Leute selber zu befähigen und beim Digitaliserungszug nach vorne in die Lokomotive zu setzen, ihnen zuvor aber die richtigen Tools und Methoden an die Hand zu geben“, schloss Joachim Köhler. Denn kaum einer kenne das jeweilige Unternehmen mit seinen Chancen und Risiken besser als die eigene Belegschaft. #openspace wiederum vermittelt in Workshops und intensiven Seminaren genau die Fertigkeiten, die Mittelständlern helfen, ihre eigenen Digitalisierungsexperten aufzubauen. „Die für das jeweilige Geschäftsmodell notwendige Technik ist dann nur ein Teil des Ergebnisses. Zuerst aber kommen die Menschen. „Sie wollen digitalisieren? Dann befähigen Sie Ihre Leute“, so Köhlers eindringliche Botschaft.